Pferdestarke Begegnungen - sanft, freiwillig, voller Sinn.

Kann ein Pferd wollen, einen Wagen ziehen? Sollte es das?

Bei Wildes Wir glauben wir an ein Leben frei von Ausbeutung — für alle Spezies.

Das bedeutet für uns: keine Produkte, Praktiken oder Erwartungen, die Stress, Leiden oder Tod nach sich ziehen. Gleichzeitig haben wir in jahrzehntelanger Arbeit mit Pferden gelernt: Ponys einfach nur auf die Koppel zu stellen und „in Ruhe zu lassen“, wird ihren Bedürfnissen oft nicht gerecht.

Die Haltung und Betreuung von Ponys ist unser Fachgebiet. Sie stammen ursprünglich aus deutlich kälteren, windigeren Regionen und sind evolutionär darauf angepasst, mit kargem Futter und viel Bewegung auszukommen. Die heute weit verbreitete Kombination aus energiereichen Weiden und zu wenig Bewegung führt deshalb häufig zu Übergewicht und stoffwechselbedingten Problemen. Spazierengehen oder durchdachtes Longieren sind wertvolle Formen der Beschäftigung, erhöhen den Energieumsatz jedoch oft nur begrenzt. Regelmäßiges Fahren – zum Beispiel mit dem Gig – beansprucht Muskulatur, Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel deutlich intensiver. Dadurch steigt der Energieverbrauch, die Muskulatur wird sinnvoll aufgebaut, und das Pony bleibt nicht nur körperlich fitter, sondern häufig auch ausgeglichener und gesünder.

Und das sind nur die körperlichen Aspekte, die für das Fahren sprechen.

Würden wir für unsere Hunde ein möglichst naturnahes Gehege bauen, damit sie dort ohne menschliche Begegnung „artgerecht“ unter ihresgleichen leben? Pferde haben sich über Jahrtausende an der Seite des Menschen entwickelt. Die meisten von ihnen suchen den Kontakt, sind neugierig, aufmerksam und – ganz unwissenschaftlich gesagt – erstaunlich unternehmungslustig. Gemeinsam unterwegs zu sein stärkt die Beziehung, bringt Abwechslung in den Paddockalltag und eröffnet Erfahrungsräume: draußen in der Natur, im Wetter, in neuen Situationen und Herausforderungen.

Deshalb bilden wir in der Kleinen Fuhrhalterei Mensch und Pferd gemeinsam aus – und zwar bewusst anders als viele klassische Fahrschulen. Grundsätzlich ohne Blendklappen, manchmal auch gebisslos, immer jedoch achtsam, reflektiert und mit größtem Respekt gegenüber dem Pferd. Bei uns lernt Ihr selbstverständlich auch das feine Fahren nach Benno von Achenbach und alle wichtigen Fertigkeiten, um die Prüfung zum Kutschenführerschein sicher zu bestehen. Genauso wichtig sind uns jedoch das Wissen und die Wahrnehmung von Körpersprache und Mikrogesten, der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung und eine innere Haltung, die von Achtsamkeit geprägt ist.

Fahren mit Pferden dient bei uns weder dem Sport noch dem Transport und auch nicht der bloßen „Freizeitgestaltung“ aus menschlicher Perspektive. Es ist für uns Beziehungspflege, gemeinsame Zeit und ein wichtiger Beitrag zur Gesunderhaltung unserer geliebten Ponys.

Wofür wir stehen

Keine Gewalt. Keine Angst. Keine Abkürzungen.

  • Training und Routine statt Druck.

  • Bewegung mit Sinn und Freude.

  • Respekt für jedes Pferd, egal welche Größe, welches Alter oder welcher Hintergrund.

Unser Motto:
„Ausbildung statt Zwang.“

Pferdesprache & Bodenarbeit


Das Erkennen der Stimmung und Verfassung des Pferdes ist die Grundlage für jede achtsame Begegnung – ob beim Reiten, Fahren oder im Alltag als Begleitpony. Die Bodenarbeit bildet dabei das Fundament: Sie schafft Vertrauen, Sicherheit und ist die Basis für ein gesunderhaltendes, partnerschaftliches Training.

Daher fahren wir grundsätzlich ohne Blendklappen. Nur wenn das Auge sichtbar bleibt, können wir die inneren Zustände des Pferdes erkennen – und entsprechend handeln.

Im Zusammenleben zweier so unterschiedlicher Arten ist gegenseitiges Verstehen zentral. Pferde erleben menschliches Verhalten oft als unlogisch oder widersprüchlich. Viel zu lange lag der Fokus darauf, dem Pferd „Kommandos“ beizubringen. Wir wählen den umgekehrten Weg:

Durch sorgfältige Beobachtung der Kommunikation unter Pferden – und im Kontakt mit uns – lernen wir ihre Sprache und übertragen sie behutsam auf unseren eigenen, so anders gearteten Körperausdruck.

Unsere Kurse zu Pferdesprache, Bodenarbeit und Longieren finden in Kleingruppen statt, können aber auch als Einzelunterricht im mobilen Format gebucht werden.

Kinderponys brauchen eine Lobby

Welsh A, Shettys, Classic Ponys — sie werden oft als Reittier angeschafft und wenig überraschender Weise wächst das kleine Menschlein bald heraus. Dann werden sie weitergereicht oder vergessen und vegetieren würdelos auf einer Koppel herum. Dabei können diese wunderbaren, mutigen Seelen 30 und mehr Jahre alt werden — und verdienen Abenteuer, Sinn und eine Rolle, die ihrer starken Persönlichkeit gerecht wird.

Bei Wildes Wir geben wir ihnen genau das. Eine neue Aufgabe. Eine würdige.

Die Vorteile würden den Platz sprengen: Fahren kurbelt den Stoffwechsel an, bekämpft alte Gesundheitsprobleme und beugt neuen vor. Fahren bringt die ganze Familie ans Pferd, denn ohne Beifahrer:innen geht gar nichts. Fahren erlaubt ganzen Körpereinsatz. Menschen sind zerbrechlich, ständig werden Pferde im Umgang von uns gebeten langsam und rücksichtsvoll zu sein. Beim Fahren gibt es endlich die Freigabe, die ganze Kraft einsetzen zu dürfen. Ein echter Befreiungsschlag. Und egal wie vielfältig wir unsere permakulturell geplante Paddocktrail-Haltung gestalten, draußen gibt es neue Eindrücke, draußen wartet das Abenteuer und vor allem: ein zweites Kapitel voller Sinn, Freude und Pony-Glück.

Wie ich lehre

In meiner Arbeit verbinden sich meine langjährige Erfahrung mit Pferden, meine fachliche Ausbildung, mein Wissen über Mensch-Tier-Beziehungen und meine systemische Beratungskompetenz. Daraus entsteht ein ganzheitlicher Blick, bei dem nicht nur das Fahren, sondern vor allem die Beziehung zwischen Mensch und Pferd im Mittelpunkt steht — mit Respekt für alte Weisheit und moderne Erkenntnisse.